Kulturplanung & Fruchtfolge

Einführung in das strategische „Crop Planning"

Verstehen, warum systematische Kulturplanung über Erfolg oder Chaos entscheidet.

Von Ronny Reblitz · Gründer · Berlin ·

Wer im Market Gardening ohne Plan in die Saison startet, kennt das Muster: Im Hochsommer türmt sich eine Kultur, die niemand mehr abnimmt, während im Frühjahr und Herbst die Beete halb leer liegen und in der Lieferung Lücken klaffen. Das ist selten eine Frage des gärtnerischen Könnens, sondern fast immer eine Frage der Planung – oder ihres Fehlens.

Strategisches Crop Planning ist der Versuch, dieses Durcheinander durch Voraussicht zu ersetzen. Statt nach Lust und Laune anzubauen, beantwortest du für jede Kultur fünf Grundfragen: was, wann, wie viel, wo und für welchen Markt. Aus diesen Antworten entsteht ein Bild des ganzen Anbaujahres, das aus vager Hoffnung verlässliche Lieferfähigkeit macht – und genau diese Lieferfähigkeit ist der eigentliche Wert eines Marktgartens gegenüber Kundinnen, Abokisten oder der Gastronomie.

Diese Lektion ordnet ein, warum Kulturplanung als Königsdisziplin gilt und wie zwei Denkrichtungen – vom Marktbedarf rückwärts und von der vorhandenen Fläche ausgehend – zusammenspielen müssen. Sie ist der Einstieg in ein Modul, das Schritt für Schritt auf einen eigenen Master Crop Plan hinarbeitet.

Plan statt Chaos

Stell dir zwei Gärten vor. Der eine ist ein Durcheinander aus zu viel von dem einen und nichts von dem anderen; der andere liefert Woche für Woche genau das, was seine Kunden wollen. Der Unterschied ist nicht das Können im Beet, sondern der Plan, der lange vor der ersten Aussaat entstand. Ohne Plan erstickst du im Sommer in Zucchini, die keiner mehr will, während dir im Frühjahr und Herbst nichts zum Verkaufen bleibt, du Lücken in der Lieferung hast und deine teuer aufgebaute Beetfläche halb leer liegt. Das ist kein Pech, sondern fehlende Planung – und die Kulturplanung ist die Königsdisziplin, die das löst.

Diese Lektion hat noch 2 weitere Abschnitte.

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Die Kernpunkte

  • Ein Plan verwandelt Hoffnung in verlässliche, lückenlose Lieferfähigkeit.
  • Die fünf Kernfragen: was, wann, wie viel, wo, für welchen Markt.
  • Marktgetriebene (vom Bedarf rückwärts) und flächengetriebene Planung ergänzen sich.
  • Das Modul baut Schritt für Schritt deinen ersten Master Crop Plan.

Häufige Fragen

Was ist Crop Planning im Market Gardening?
Crop Planning ist die systematische Kulturplanung eines Marktgartens über das gesamte Anbaujahr. Sie legt fest, welche Kulturen wann, in welcher Menge, auf welchem Beet und für welchen Absatzkanal angebaut werden. Ziel ist eine durchgehende, zur Nachfrage passende Lieferfähigkeit statt zufälliger Überschüsse und Versorgungslücken.
Warum ist ein Anbauplan im Marktgarten so wichtig?
Ohne Plan richtet sich der Anbau nach Bauchgefühl, was schnell zu zu viel von einer Kultur und zu wenig von anderen führt. Ein Plan sorgt dafür, dass Woche für Woche das geerntet wird, was die Kunden tatsächlich wollen, und dass die teuer aufgebaute Fläche nicht halb leer liegt. So wird aus Hoffnung eine verlässliche Versorgung.
Welche Fragen beantwortet eine Kulturplanung?
Im Kern sind es fünf Fragen: Was wird angebaut, wann wird gesät und gepflanzt, wie viel passend zur Nachfrage, wo auf welchem Beet und in welcher Fruchtfolge, und für welchen Markt. Wer diese Fragen für jede Kultur und jede Woche beantworten kann, hat einen tragfähigen Plan.
Was ist der Unterschied zwischen marktgetriebener und flächengetriebener Planung?
Die marktgetriebene Planung startet beim Bedarf der Kunden und rechnet rückwärts, wie viel angebaut werden muss. Die flächengetriebene Planung geht von den vorhandenen Beeten aus und fragt, was die begrenzte Fläche optimal hergibt. Ein guter Plan verbindet beide Richtungen, statt sich nur auf eine zu verlassen.
Was ist ein Master Crop Plan?
Der Master Crop Plan ist das zentrale Dokument, das den Anbau über das ganze Jahr steuert. Er bündelt alle Entscheidungen zu Kulturen, Mengen, Terminen, Beetbelegung und Absatz in einer Übersicht. In einem strukturierten Planungsmodul entsteht er schrittweise aus vielen einzelnen Bausteinen.

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