Jungpflanzenanzucht & Gewächshausmanagement

Das „Soil Blocking"-System (Erdpresstöpfe) im Detail

Das Soil-Blocking-System verstehen und seine Vor- und Nachteile abwägen.

Von Ronny Reblitz · Gründer · Berlin ·

Soil Blocking, auf Deutsch oft Erdpresstöpfe genannt, ist eine Anzuchtmethode ohne Topf: Statt Erde in Plastikbehälter zu füllen, presst du die Anzuchterde zu festen Würfeln, in die du direkt aussäst. Der Erdblock ist dann zugleich Behälter und Wurzelraum. Wer im Market Gardening nach plastikfreien Alternativen zu Multitopfplatten sucht, stößt fast zwangsläufig auf dieses von Eliot Coleman geprägte System.

Der entscheidende Vorteil liegt im sogenannten Luftbeschnitt: Erreicht eine Wurzel die Kante des freistehenden Blocks, trifft sie auf Luft und stoppt, statt im Kreis zu wachsen und zu verfilzen. So entstehen kräftige, faserige Wurzeln und ein minimaler Umpflanzschock beim Auspflanzen. Dem stehen aber eigene Anforderungen gegenüber: eine spezielle, klebrige Erdmischung, mehr Aufmerksamkeit beim Gießen und ein höherer Arbeitsaufwand pro Pflanze.

Diese Seite ordnet ein, wie Soil Blocking funktioniert, worin der Unterschied zum Topf liegt und für welche Situationen es sich eignet. Wann sich das System gegenüber klassischen Trays wirklich auszahlt und wie du beide sinnvoll kombinierst, vertieft die vollständige Lektion im Kurs.

Die Idee ohne Topf

Was, wenn du gar keine Töpfe bräuchtest – wenn die Erde selbst der Topf wäre? Genau das ist die Idee hinter dem Soil-Blocking-System, geprägt unter anderem durch Eliot Coleman: Statt Erde in einen Topf zu füllen, presst du die Anzuchterde mit einem speziellen Werkzeug, dem Soil Blocker, zu festen Würfeln. In jeden Würfel säst du einen Samen, und die Pflanze wächst im freistehenden Erdblock, der gleichzeitig Behälter und Wurzelraum ist. Beim Auspflanzen setzt du einfach den ganzen Block ins Beet – kein Topf, kein Plastik, kein Müll. ### Wie es funktioniert

Das Prinzip ist einfach: Der Soil Blocker ist eine Form, die du in feuchte, klebrige Anzuchterde drückst und dann auf ein Tablett ausstößt – fertig sind die Erdblöcke, jeder mit einer kleinen Mulde für den Samen. Es gibt verschiedene Blockgrößen, und ähnlich wie beim Umtopfen aus Lektion 106 kann man kleine Blöcke später in größere setzen, das sogenannte „Potting up". So begleitest du eine Pflanze durch verschiedene Größen, ohne sie je aus einem Topf reißen zu müssen.

Diese Lektion hat noch 2 weitere Abschnitte.

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Die Kernpunkte

  • Beim Soil Blocking ist der gepresste Erdblock selbst der Topf – ganz ohne Plastik.
  • Der Luftbeschnitt an der Blockkante erzeugt kräftige, faserige Wurzeln.
  • Es braucht eine spezielle, klebrige Mischung und sorgfältige Feuchtekontrolle.
  • Arbeitsintensiver als Trays – oft sinnvoll als Mix für ausgewählte Kulturen.

Häufige Fragen

Was ist Soil Blocking?
Soil Blocking ist eine Anzuchtmethode, bei der feuchte Anzuchterde mit einem Werkzeug zu festen Würfeln gepresst wird. Diese Erdblöcke ersetzen den Topf: In eine kleine Mulde wird ausgesät, und die Pflanze wächst direkt im freistehenden Block. Beim Auspflanzen setzt du den ganzen Block ins Beet, ganz ohne Plastik.
Was ist der Vorteil von Erdpresstöpfen gegenüber Plastiktöpfen?
Der Hauptvorteil ist der Luftbeschnitt: Statt an einer Topfwand entlang im Kreis zu wachsen und zu verfilzen, stoppt die Wurzel an der Blockkante, sobald sie auf Luft trifft. Das ergibt ein dichtes, faseriges Wurzelwerk und vermeidet den typischen Wurzelstau. Zudem ist der Umpflanzschock geringer, weil die Wurzeln beim Pflanzen nicht gestört werden.
Welche Erde braucht man für Soil Blocks?
Soil Blocking verlangt eine speziell angemischte Anzuchterde, die feuchter und klebriger ist als gewöhnliches Substrat. Nur so halten die gepressten Blöcke zusammen und zerfallen nicht. Normale Anzuchterde aus dem Handel ist dafür meist nicht geeignet.
Lohnt sich Soil Blocking für jeden Betrieb?
Nicht zwingend. Das Pressen ist arbeitsintensiver als das Befüllen von Trays und die freistehenden Blöcke trocknen schneller aus, was sorgfältiges Gießen erfordert. Viele Betriebe arbeiten deshalb mit einem Mix und setzen Soil Blocks gezielt dort ein, wo der Wurzelvorteil zählt, während sie die Masse über Trays anziehen.
Kann man Soil Blocks später umtopfen?
Ja. Ähnlich wie beim klassischen Potting up lassen sich kleine Erdblöcke in größere Blöcke setzen. So begleitest du eine Pflanze durch verschiedene Größen, ohne sie je aus einem Topf ziehen zu müssen, wodurch die Wurzeln ungestört bleiben.

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