Nachtschattengewächse
Tomaten pflanzen & anbauen
Tomaten sind die Lieblingskultur vieler Gärtner – und mit ein paar Kniffen reich tragend. Entscheidend sind ein warmer, regengeschützter Platz, gleichmäßiges Gießen an der Wurzel und regelmäßiges Ausgeizen.
Steckbrief: Salattomate
- Anbaumethode
- Vorkultur & Pflanzung
- Reifezeit
- ca. 110 Tage
- Anzucht
- ca. 45 Tage vorziehen
- Reihenabstand
- 65 cm
- Abstand in der Reihe
- 45 cm
- Saattiefe
- 0,5 cm
- Keimtemperatur
- ab ca. 18 °C
- Frosttoleranz
- frostempfindlich
- Nährstoffbedarf
- Starkzehrer
- Erntefenster
- ca. 90 Tage
Standort: warm und regengeschützt
Tomaten wollen es sonnig, warm und vor allem trocken von oben. Der größte Feind ist die Kraut- und Braunfäule, ein Pilz, der sich bei nassem Laub rasant ausbreitet. Ein überdachter Platz, ein Tomatendach, Folientunnel oder Gewächshaus sind deshalb Gold wert.
Im Boden sind Tomaten Starkzehrer: Eine Kompostgabe vor der Pflanzung und eine Mulchschicht liefern Nährstoffe und halten die Feuchtigkeit gleichmäßig.
Anzucht & Pflanzung
Tomaten werden ab etwa März im Warmen vorgezogen (Keimung bei rund 22–24 °C). Ausgepflanzt wird erst nach den Eisheiligen, wenn keine Nachtfröste mehr drohen. Setze die Pflanzen ruhig etwas tiefer als zuvor im Topf – am Stamm bilden sich zusätzliche Wurzeln, was die Pflanze kräftigt.
Halte genug Abstand für eine gute Belüftung; das beugt Pilzkrankheiten vor. Eine stabile Stütze oder Schnur gehört von Anfang an dazu.
Stab- oder Buschtomate? Ausgeizen
Die meisten Tomaten sind Stabtomaten: Sie wachsen in die Höhe und werden eintriebig gezogen. Dabei brichst du die „Geiztriebe“ in den Blattachseln regelmäßig aus, damit die Kraft in die Früchte geht. Das nennt man Ausgeizen.
Busch- oder Wildtomaten dagegen werden nicht ausgegeizt – sie verzweigen von Natur aus und tragen an vielen Trieben. Achte beim Sortenkauf darauf, welcher Typ es ist.
Gießen & Düngen
Gieße immer an die Wurzel, nie über die Blätter – nasses Laub lädt die Braunfäule ein. Wichtig ist Gleichmäßigkeit: Wechsel von Trockenheit und Nässe lässt die Früchte aufplatzen und begünstigt die Blütenendfäule (braune, lederige Stellen am Fruchtboden durch Calciummangel bei Trockenstress).
Als Starkzehrer freuen sich Tomaten über regelmäßige Düngung während der Fruchtbildung.
Ernte
Tomaten schmecken am besten, wenn sie voll ausgefärbt an der Pflanze reifen. Ernte regelmäßig – das hält die Pflanze produktiv. Gegen Saisonende kannst du grüne Früchte drinnen bei Zimmertemperatur nachreifen lassen.
Anbau – Schritt für Schritt
- 1
Vorziehen
Salattomate etwa 45 Tage im Anzuchtgefäß vorziehen, 0,5 cm tief säen. Keimung ab rund 18 °C Bodentemperatur.
- 2
Pflanzen
Die Jungpflanzen mit 45 cm Abstand in der Reihe und 65 cm Reihenabstand ins vorbereitete Beet setzen.
- 3
Pflegen
Salattomate ist Starkzehrer und frostempfindlich. Wasser und Nährstoffe entsprechend dosieren; erst nach den Eisheiligen ins Freie.
- 4
Ernten
Nach etwa 110 Tagen erntereif; das Erntefenster liegt bei rund 90 Tagen.
Profi-Tipps
- Regengeschützt anbauen (Dach, Tunnel, Gewächshaus) – der beste Schutz vor Braunfäule.
- Stabtomaten regelmäßig ausgeizen und aufbinden.
- Immer an die Wurzel gießen, gleichmäßig – das verhindert Aufplatzen und Blütenendfäule.
- Etwas tiefer pflanzen als im Anzuchttopf für ein kräftiges Wurzelwerk.
Häufige Fehler
- Über die Blätter gießen oder zu dicht pflanzen → Braunfäule.
- Unregelmäßig wässern → aufgeplatzte Früchte und Blütenendfäule.
- Geiztriebe stehen lassen (bei Stabtomaten) → viel Laub, wenig Frucht.
- Zu früh ins Freie setzen, vor stabil warmen Temperaturen.
Sorten im Überblick
Häufige Fragen
- Wann pflanzt man Tomaten ins Freie?
- Nach den Eisheiligen Mitte Mai, wenn keine Nachtfröste mehr drohen. Im Gewächshaus geht es etwas früher. Vorgezogen werden Tomaten ab etwa März im Warmen.
- Muss man Tomaten ausgeizen?
- Stabtomaten ja: Die Geiztriebe in den Blattachseln werden ausgebrochen, damit die Pflanze ihre Kraft in die Früchte statt in immer neue Triebe steckt. Busch- und Wildtomaten werden nicht ausgegeizt.
- Warum bekommen meine Tomaten braune Flecken?
- Braune, faulige Stellen am Laub und an den Früchten deuten meist auf Kraut- und Braunfäule hin – ein Pilz, der nasses Laub liebt. Ein regengeschützter Standort und Gießen an der Wurzel beugen vor. Braune, lederige Stellen am Fruchtboden sind dagegen Blütenendfäule durch Calciummangel bei unregelmäßigem Gießen.
- Kann man Tomaten auf dem Balkon anbauen?
- Ja, auf einem sonnigen, möglichst überdachten Balkon gelingen Tomaten gut in großen Töpfen. Wichtig sind nährstoffreiche Erde, eine Stütze, gleichmäßiges Gießen und – bei Stabtomaten – das Ausgeizen.
- Warum platzen meine Tomaten auf?
- Meist durch unregelmäßige Wasserversorgung: Nach Trockenheit viel Wasser auf einmal lässt die Früchte schneller wachsen, als die Haut mitkommt. Gleichmäßiges Gießen und eine Mulchschicht beugen vor.
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