Das No-Till-System & Bodenbiologie

Das Zusammenspiel von Pflanzenwurzeln und Mykorrhiza-Pilzen

Die Symbiose zwischen Wurzeln und Mykorrhiza-Pilzen verstehen und im Anbau fördern.

Von Ronny Reblitz · Gründer · Berlin ·

Wer nach Wegen sucht, Pflanzen robuster und trockenheitsresistenter zu machen, stößt früher oder später auf ein unsichtbares Netzwerk im Boden: die Mykorrhiza. Gemeint ist die uralte Lebensgemeinschaft zwischen Pflanzenwurzeln und bestimmten Bodenpilzen – ein Bündnis, das den Pflanzen ein zweites, weit verzweigtes Wurzelsystem schenkt, ohne dass du dafür etwas tun musst außer den richtigen Rahmen zu schaffen.

Diese Lektion ordnet ein, warum die Mykorrhiza gerade im No-Till-Anbau so wertvoll ist. Es geht um einen einfachen Tauschhandel: Die Pflanze gibt Zucker ab, der Pilz liefert im Gegenzug Wasser und schwer erreichbare Nährstoffe. Das Ergebnis ist eine bessere Versorgung, mehr Widerstandskraft und weniger Abhängigkeit von Dünger – Effizienz, die ein lebendiger Boden gratis bereitstellt.

Du erfährst hier, welche Bedingungen dieses Netzwerk fördern und welche es zerstören, und warum nicht jede Kultur überhaupt mit Pilzen kooperiert. So bekommst du ein Gefühl dafür, wie eng Bodenpflege und gesunde Pflanzen zusammenhängen – und worauf es ankommt, bevor du über teure Hilfsmittel nachdenkst.

Das zweite, kostenlose Wurzelsystem

Deine Pflanzen können ein zweites, riesiges Wurzelsystem besitzen, das dich nichts kostet. Es heißt Mykorrhiza – wörtlich „Pilzwurzel" – ein Bündnis zwischen Pflanzenwurzeln und bestimmten Pilzen, das so alt ist wie die Landpflanzen selbst. Die Pilze verbinden sich mit den Wurzeln und wachsen mit ihren feinen Fäden weit in den Boden hinein, viel feiner und weiter, als Wurzeln es je könnten. Dadurch vervielfacht sich die Fläche, über die deine Pflanze Wasser und Nährstoffe aufnimmt. Im No-Till-Garten kannst du dieses Bündnis zu deinem stärksten Verbündeten machen.

Diese Lektion hat noch 3 weitere Abschnitte.

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Die Kernpunkte

  • Mykorrhiza ist ein kostenloses, verlängertes Wurzelsystem.
  • Tausch: Die Pflanze gibt Zucker, der Pilz liefert Wasser und Phosphor.
  • Gefördert durch Bodenruhe und Bewuchs, zerstört durch Bearbeitung und Überdüngung.
  • Kreuzblütler und Gänsefußgewächse bilden kaum Mykorrhiza.

Häufige Fragen

Was ist Mykorrhiza einfach erklärt?
Mykorrhiza ist eine Lebensgemeinschaft zwischen Pflanzenwurzeln und bestimmten Bodenpilzen. Die Pilzfäden wachsen weit feiner und weiter in den Boden, als Wurzeln es könnten, und vergrößern so die Fläche für die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen. Das Wort bedeutet wörtlich Pilzwurzel.
Welchen Nutzen hat Mykorrhiza für Pflanzen?
Die Pflanze gibt Zucker aus der Photosynthese ab, der Pilz liefert dafür Wasser und schwer erreichbare Nährstoffe wie Phosphor. Pflanzen mit guter Mykorrhiza sind trockenheitsresistenter, robuster gegen Krankheiten und besser ernährt – ganz ohne zusätzlichen Dünger.
Wie fördere ich Mykorrhiza im Boden?
Das Pilznetzwerk liebt Bodenruhe und dauerhaften Bewuchs, weil es lebende Wurzeln als Partner braucht. Es leidet dagegen unter Bodenbearbeitung, die das Geflecht zerreißt, unter Überdüngung und unter langer Brache. Wer die richtigen Bedingungen schafft, fördert die Pilze meist ganz von selbst.
Brauche ich gekaufte Mykorrhiza-Präparate?
In den meisten Gärten ist das nicht nötig. Ein häufiger Fehler ist, teure Pilzpräparate zu kaufen, statt einfach die richtigen Bedingungen zu schaffen. Bei Bodenruhe und lebenden Wurzeln stellen sich die passenden Pilze in der Regel von allein ein.
Welche Pflanzen bilden keine Mykorrhiza?
Vor allem Kreuzblütler wie Kohl, Radieschen, Senf und Rucola sowie Gänsefußgewächse wie Rote Bete und Spinat gehen diese Symbiose kaum oder gar nicht ein. Das ist kein Problem, erklärt aber, warum diese Kulturen anders auf den Boden wirken und in der Fruchtfolge eine besondere Rolle spielen.

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